Recap: Besichtigung sedus
Betriebsbesichtigung bei Sedus in Dogern: Vom Federdreh zum gelebten SmartOffice
Ein Weltmarktteilnehmer mitten im Hochrhein: Sedus gehört zu den großen Büromöbelherstellern Europas, liefert in über 70 Länder und hat seinen Stammsitz in Dogern. Genau dort waren wir zu Gast und haben einen Abend lang hinter die Kulissen geschaut.
Empfang und ein Gang durch die Firmengeschichte
Begrüßt wurden wir von Ulrike Morawietz und dem Vorstand Cornel Spohn. Im Sedus Museum führte uns dann Martin Soblik aus dem Vertrieb durch die Firmengeschichte, er begleitet die Touren in Dogern seit vielen Jahren und kennt das Unternehmen seit zwanzig Jahren. Die Geschichte von Sedus reicht bis 1871 zurück, der erste Stuhl war noch aus Holz, Schwarzwald-Handwerk im Wortsinn. 1926 entwickelte Albert Stoll II. den Federdreh, den ersten Drehstuhl mit drehbarer Säulenfederung, bis heute als Urvater des modernen Bürostuhls. Dass diese Innovationsfreude bis heute trägt, zeigt der turn around: ein Drehstuhl, der sich zunächst nicht durchsetzte und jetzt in neuer Auflage wieder gefragt ist.






Das SmartOffice: ein begehbares Konzept
Doch bei Sedus endet das nicht beim einzelnen Stuhl. Zwischen Empfang und Rundgang nahm uns das Team mit ins hauseigene Kino, wo wir einen Film über den neuen Wiener Showroom gesehen haben, erst im Frühjahr in einer ehemaligen Gaszählerfabrik eröffnet. Danach brachte der Vorstand die Haltung auf den Punkt: “Wir verkaufen nicht Bürostühle und -tische, wir verkaufen Konzepte.”
Wir verkaufen nicht Bürostühle und -tische, wir verkaufen Konzepte.
Was damit gemeint ist, haben wir im SmartOffice selbst gesehen, dem großen offenen Bürobereich am Standort, der zugleich als gelebter Showroom dient. Gedacht ist hier bis ins Detail, vom Licht bis zur Raumakustik. Alle Arbeitsplätze sind nach außen ausgerichtet, dazu offene Meetingräume und ein Mittelbereich, der an ein offenes Wohnzimmer erinnert.
Wie sehr das Konzept im Alltag mitwächst, zeigt sich in den Details. Jede und jeder wählt den Platz innerhalb der eigenen Abteilung frei. Seit dem Digitalisierungsschub nach Corona lassen sich Arbeitsplätze außerdem buchen, und die Ausweicharbeitsplätze stehen sogar abteilungsübergreifend offen. Das Prinzip Clean Desk bedeutet, dass abends nichts auf den Tischen liegen bleibt, also hat jede Person einen eigenen Container oder Korb für die persönlichen Sachen. Im Team gibt es dabei beide Typen, die, die jeden Tag am selben Platz sitzen, und die, die ihren Platz mehrmals täglich wechseln.
Auch bei der Technik wird nicht stur am Plan festgehalten. Das Gebäude erkennt eigentlich selbst, wann die Sonne zu hell für die Augen wird, und fährt die Jalousien herunter. In der Praxis arbeitet das Sedus-Team aber lieber mit freier Sicht nach draußen, deshalb wurde auf manuelle Steuerung umgestellt. Trotz seiner Größe ist es in diesem Großraumbüro am Ende so leise, dass Besuchende schon gefragt haben, ob hier ein Schweigegebot gilt.






Die Haltung dahinter
Zum Abschluss ging es zurück ins Sedus Museum, wo uns der hauseigene Koch bewirtete. Über den ganzen Abend hinweg fiel dabei vor allem eine Haltung auf, die bei Sedus seit Langem gelebt wird. Am Standort gibt es Apfelsaft und Wasser, Softgetränke werden bewusst nicht gestellt, und jeden Tag kocht der hauseigene Koch eine frische Brühe für die Belegschaft. Der Salat in der Mensa stammt aus eigenem Anbau, lange Zeit beschäftigte Sedus dafür sogar einen eigenen Landwirt.
Nachhaltigkeit ist hier kein Trend der letzten Jahre. Sie gehört zur gesunden Philosophie, die schon Christof Stoll geprägt hat. Getragen wird das Unternehmen mehrheitlich von zwei gemeinnützigen Stiftungen: Die Stoll VITA Stiftung fördert Bildung, Gesundheit und Umwelt, die Karl Bröcker Stiftung setzt sich unter dem Leitsatz “Zukunft für Kinder” für benachteiligte Kinder und Jugendliche ein.
Am Ende bleibt der Eindruck eines Unternehmens, das seine Haltung im eigenen Haus sichtbar macht.
Danke an Annika Ebi, die diese Besichtigung gemeinsam mit Ulrike Morawietz auf die Beine gestellt hat, an Cornel Spohn und Martin Soblik für die offenen Einblicke und an den Sedus-Koch für die top Verköstigung.
Du willst beim nächsten Mal dabei sein? Alle kommenden Termine findest Du unter in unserem Veranstaltungskalender.
